Göttinger Institut für Presseforschung
Zeitungsmotive in der Kunstgeschichte
Pressegeschichte in der Malerei
ZeiKunst
Beiträge zur Zeitung in der Kunst des Göttinger Instituts für Presseforschung

Das Göttinger Institut für Presseforschung veröffentlicht in der Reihe ZeiKunst Beiträge, die mit pressehistorischer Expertise Gemälde interpretieren, die Zeitungsmotive aufweisen. 
 
 

Zeikunst 3 (2025)
Das Bild Zeitung lesender Frauen in der Kunstgeschichte.

In der Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts wurden fast nur Zeitung lesende Männer auf Leinwand gebannt, so gut wie nie jedoch Frauen. Diese wissenschaftliche Studie zeigt, wie tiefgreifend Zeitung lesende Frauen von der Malerei ausgeblendet wurden, welche gesellschaftlichen Mechanismen der männlichen Konnotation des Zeitunglesens zugrunde lagen und in welchen Schritten sich die Malerei schließlich in den 1920er Jahren dem weiblichen Zeitungslesen öffnete (Abbildung). Hier


Hans Hassenteufel, Zeitungsleserin (1929)
Foto: Ketterer.

Matysiak, Stefan (2025): Das Bild der Zeitung lesenden Frau - ein historischer Blick auf die künstlerischen Konsequenzen eines Geschlechterstereotyps. Ausführliche schriftliche Fassung des Vortrags auf dem Workshop 'Zwischen Rollenklischees und Rebellion: Frauen in der Kunstgeschichte und ihre Darstellungen' im Museum Lyonel Feininger, Quedlinburg, 22. März 2025. In: ZeiKunst - Beiträge zur Zeitung in der Kunst des Göttinger Instituts für Presseforschung Nr. 3 (2025), online unter http://www.goettinger-presseforschung.org/Zeitungsleserinnen.html
 

Zeikunst 2 (2025)
Malte Kindts Gemälde Leipzig heute - Farbenspiel der Kritik an der SED und ihrer Presse zur Zeit der Vorwende 1989. 

Kurz vor dem Zusammenbruch der DDR, im April 1989, bannte Malte Kindt mit seinem Gemälde Leipzig heute seine Sicht auf die Realität einer Großstadt auf Leinwand. Zu sehen ist die düstere Straßenansicht eines menschenleeren, verfallenen Gründerzeitviertels. Farblich hervorgehoben sind DDR-Fähnchen und eine Werbung für die Leipziger Volkszeitung. Die Studie analysiert die Funktion des Zeitungsmotivs.  Hier


Malte Kindt, Leipzig heute (1989)
Foto: Auktionshaus Mehlis

Matysiak, Stefan (2025): „Die Zeitung der Werktätigen“ – Malte Kindts Farbenspiel der Kritik an der SED und ihrer Presse zur Zeit der Vorwende 1989. In: ZeiKunst - Beiträge zur Zeitung in der Kunst des Göttinger Instituts für Presseforschung Nr. 2 (2025), online unter http://www.goettinger-presseforschung.org/Leipzig-heute.pdf
 

ZeiKunst 1 (2024)
Franz Radziwills Gemälde Inselbrücke in Wilhelmshaven

Wohl kaum ein Gemälde mit Zeitungsmotiv hat derart viel kunsthistorische Ratlosigkeit ausgelöst wie Franz Radziwills Inselbrücke in Wilhelmshaven. Das Anfang 1934 vollendete Bild zeigt einen winterlichen Militärhafen. Als unklar galt, wie sich die beiden Hauptmotive, das damals weltweit modernste Kriegsschiff Deutschland und ein Zeitungsleser, aufeinander beziehen. Die Studie untersucht mithilfe einer digitalen Presseinhaltsanalyse den pressepolitischen Zusammenhang von Schiff und Medium.   Hier


Franz Radziwill, Inselbrücke in Wilhelmshaven (1934) 
Foto: Pinakothek der Moderne, München.

Matysiak, Stefan (2024): Der Frühling steht vor der Tür. Seekrieg und Presse in Franz Radziwills Inselbrücke in Wilhelmshaven. In: ZeiKunst - Beiträge zur Zeitung in der Kunst des Göttinger Instituts für Presseforschung Nr. 1 (2024), online unter http://www.goettinger-presseforschung.org/Zeitungsleser.pdf

Gemälde mit Zeitungsmotiven
Schlaglichter auf die deutsche Pressegeschichte (Kurzinterpretationen)  Hier

Aus einem Bestand von deutlich mehr als 700 Gemälden, die ein Zeitungsmotiv enthalten, finden Sie hier eine kleine Auswahl. Sie finden die Bilder und jeweils eine Erläuterung der Bildinhalte.

Konzentriertes Lesen im Vormärz: 
Unbekannter Maler, Zeitungsleser im Kerzenschein (1841);

Genremalerei: Kleinstädtische Idylle mit Zeitungsleser: 
Albert Wachter, Pfeifenraucher mit Dachauer Anzeiger (um 1900);

Kleinstädter mit Hakenkreuzzeitung: 
Otto Kirchner, Zeitungsleser [1932];

Bismarck mit Zeitung und Königspudel: 
Carl Theodor v. Blaas, Portrait des Reichskanzlers Otto von Bismarck (1923);

Presse in Grosz‘ „Stützen der Gesellschaft“: 
George Grosz, Stützen der Gesellschaft (1926);

Immer schlechtere Kriegsberichte: 
Jörg Mutter, Arzt (1944);

Konfrontation mit der Schuld - Presse nach dem Kriegsende 1945: 
diverse Künstler, Arbeiten von 1945/1946;

DDR-Zeitung mit göttlichem Auftrag: 
Klaus Weber, Mauerbau (1962);

Kleine Pressealternativen im Sozialismus: 
Helmut Gebhardt, Stillleben mit Kanne (1974);

Deutscher Herbst 1977 - Tiefpunkt der bundesdeutschen Pressefreiheit: 
Thomas Niggl, Stillleben mit Zeitung (1978);
 
 

Monografie: 
Franz Radziwills Gemälde Inselbrücke in Wilhelmshaven

Franz Radziwills Gemälde Inselbrücke in Wilhelmshaven aus dem Winter 1933/34 zeigt den örtlichen Reichskriegshafen mit einem Hafenbecken im Vordergrund und dem Panzerschiff ›Deutschland‹ im Hintergrund, dem damals modernsten Kriegsschiff des Deutschen Reiches. Es galt als »Wunderschiff«. Vorne am Bildrand steht ein Zeitungsleser, in den rechten Vordergrund ragt der Bug eines weiteren Kriegsschiffs, und links ist eine Drehbrücke zu sehen, die dem Bild den Namen gab. 
Derzeit werden immer mehr historische Zeitungen digitalisiert. Dies eröffnet erstmals die Möglichkeit, große Mengen von Artikeln mit statistischen Methoden auf ihre Inhalte zu untersuchen. Mit Hilfe einer digitalen historischen Medieninhaltsanalyse interpretiert die Monografie den pressehistorischen Hintergrund des Gemäldes. Mehr

Matysiak, Stefan (2023): Zeitungsleser im Kriegshafen. Franz Radziwills Inselbrücke in Wilhelmshaven und die Presse im Nationalsozialismus. Eine digitale historische Medieninhaltsanalyse. Mit 17 Abbildungen. Norderstedt: BoD. ISBN 978-3-7528-7968-1

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Diese Inhalte finden Sie auf der Seite http://www.matymedia.de/Presseentstehung-DDR.html
Stefan Matysiak: Bilder, die einen vollständigen Neuanfang der deutschen Presse nach dem Zweiten Weltkrieg illustrieren, prägen bis heute sowohl die ost- als auch die westdeutsche Pressegeschichtsschreibung. Der ostdeutsche Presseneuaufbau gilt als besonders konsequent, da er neben der Entnazifizierung zugleich den frühzeitigen sozialistischen Wandel der Eigentumsformen einschloss. Die vorliegen-de Arbeit untersucht dagegen die verlegerischen Kontinuitäten der Zeit nach 1945: Die Pressegeschichte der ostdeutschen Nachkriegszeit hat nicht - wie vielmals behauptet - mit einem Blackout oder einem Vakuum begonnen, die Entwicklung der ostdeutschen Vorkriegspresse brach nicht mit der Kapitulation am 8. Mai 1945 vollständig ab. Diese Inhalte finden Sie auf der Seite http://www.matymedia.de/Presseentstehung-DDR.html Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den nach dem Kriegsende weiter bestehenden Zeitungen, die auf den ersten Blick nicht in das bisherige Bild der Pressegeschichte passen wollen, nachzuspüren. Dabei wird gefragt, in welchem Ausmaß traditionelle Zeitungen oder Verlage das Kriegsende und die Enteignungen überstanden, welche Rolle die alteingesessenen Zeitungen in der Nachkriegszeit spielten und wie sie in das politische Konzept der Sowjetischen Militäradministration passten. Schließlich wird geklärt, inwieweit die alteingesessenen Verlage einen Beitrag beim Aufbau eines neuen ostdeutschen Pressewesens leisteten.

Diese Inhalte finden Sie auf der Seite http://www.matymedia.de/verlagsgeschichtsschreibung.html .
Stefan Matysiak: Warum Verlagsgeschichtsschreibung? Verlagsgeschichte als Kapital für die Zukunft Gerade bei Engagements im Bereich neuer Medien oder anderer noch junger Geschäftsfelder können Verlage ihre langjährige Unternehmensgeschichte ideal als Kapital für ihre Zukunft nutzen.  Für Verlage gelten dabei die gleichen Gesetze wie für andere Unternehmen: Eine möglichst lange Unternehmenstradition dient im Geschäftsverkehr als werbewirksamer Nachweis großer Erfahrung und langjährigen Erfolgs. Den Kunden gilt eine lange Unternehmensgeschichte als Nachweis für Solidität, Seriosität und Sicherheit. Speziell im Pressewesen steht eine lange Tradition stellvertretend für eine "von Generationen geschulte journalistische Technik", beschrieb bereits 1928 der Zeitungsforscher Otto Groth. Auch die heutigen Leser wissen: Ein Verlag mit langer Geschichte arbeitet traditionellerweise seriös und solide. Ein Verlag, der durch seine langjährige Geschichte beweist, dass er bei gedruckten Medien seit 100, 150 oder 200 Jahren hohe Qualität geliefert hat, schafft auch für seine neuen Geschäftszweige eine Glaubwürdigkeit, über die andere Konkurrenten am Markt nicht verfügen.  Markenartikel haben Geschichte Seit langem gelten Tageszeitungen deshalb als ein "Mega-Markenartikel", so der Geschäftsführer der Verlagsgesellschaft Madsack, Friedhelm Haak. Diese Inhalte finden Sie auf der Seite http://www.matymedia.de/verlagsgeschichtsschreibung.html .  Um dieses Potenzial stärker zu nutzen, wurde auf der BDZV-Verlegertagung 2002 empfohlen, das Ansehen dieser Marke auch auf andere Geschäftsbereiche auszuweiten. Hierzu gehören etwa Online-Portale, SMS-Serviceleistungen, Ticketverkaufs- oder Reisebürodienste, Buchhandel oder Postdienstleistungen. Der Vorteil des historisch gewachsenen Markenartikels 'Zeitung' sollte nicht verschenkt werden.  Zeichen der Verlässlichkeit auch in neuen Geschäftszweigen Gerade angesichts der Beliebigkeit vieler schnell entstehender und ebenso schnell wieder verschwindender Firmen kann die lange Tradition eines Zeitungsverlags auch in dessen neuen Geschäftszweigen als Beweis hoher Verlässlichkeit dienen. Eine öffentlichkeitswirksam präsentierte langjährige Unternehmenstradition schafft so Vertrauen bei den Kunden, vermittelt den Eindruck von Stabilität und setzt im unübersichtlichen Angebot der Konkurrenten Maßstäbe.  Die Geschichte eines Verlags bietet folglich die Chance, als Mittel des Marketings genutzt zu werden - und das auch in Geschäftszweigen jenseits der Zeitungsproduktion. Ein Verlag kann somit auf ein Potenzial zurückgreifen, über das viele andere Unternehmen nicht verfügen. Und der offensive Umgang mit der Unternehmenstradition stärkt nebenbei auch den Stolz und das Selbstbewusstsein der Mitarbeiter und damit deren Leistungsfähigkeit.

(c) Stefan Matysiak, Stefan: [Besucherzähler]