Göttinger Institut für Presseforschung

 
Das Göttinger Institut für Presseforschung fertigt medienwissenschaftliche oder medienwirtschaftliche Studien. Die  Medienforschungen umfassen ››pressehistorische Untersuchungen, ››Markt- und ››Verbreitungsstudien. Das Institut betreibt ››Qualitätschecks oder analysiert das wirtschaftliche Potenzial von ›› Verlags- und Zeitungsmarken. Außerdem untersuchen wir den ››Erfolg von Unternehmens- oder Verbands-PR sowie das öffentliche bzw. mediale ››Image unserer Auftraggeber. Eine Vielzahl von Medienstudien erschienen in unterschiedlichen wissenschaftlichen sowie Fachzeitschriften.

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Aktuelle Projekte

The emigration from Wuerttemberg and the Wuerttemberg press. Aus dem Königreich Württemberg wanderten im 19. Jahrhundert besonders viele Menschen aus. Die regionale Presse sah insbesondere die Amerikaauswanderung kritisch. Sie warnte vor Tod und Teufel. (hier)

Die konservative Pressemacht im deutschen Zeitungswesen. Ein sehr großer Teil der deutschen Tagespresse hat eine christdemokratische Parteigeschichte. Diese Präferenz prägt die Blätter inhaltlich bis heute.

Studie zur Transformation der ostdeutschen Nachkriegspresse vom Nationalsozialismus zum Sozialismus. Zur Entstehung der DDR-Presse im Jahr 1945 galt bisher: Am 8. Mai 1945 wurde die alte Presse verboten, am 15. Mai erschien als erstes sowjetisches Blatt die Tägliche Rundschau und am 13. Juni als erstes deutsches Organ die kommunistische Deutsche Volkszeitung. Tatsächlich gab es vorher bereits andere Blätter, so ab dem 25. April 1945 in Langensalza erstmals  den bereits 1879 gegründeten Allgemeinen Anzeiger. Dies widerspricht sowohl der ost- wie auch der westdeutschen Pressegeschichtsschreibung.

Neuauflage 2018:
Studien zu den Medien Südniedersachsens. Die Geschichte der Göttinger Presse in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und nach 1945; das Konzentrationsgeschehen in der Tagespresse Südniedersachsens zwischen 1945 und 2014; die Geschichte der Medienwissenschaft an der Universität Göttingen; die Qualität von Südniedersachsens Tagespresse und Anzeigenblättern in den 1990er Jahren; die Entwicklung des regionalen/lokalen Rundfunkangebots. Neue Auflage 2018.

Deutschlandfunk mit Problemen bei Medienethik: 

Ein Finger weist auf die Konkurrenz, vier weisen auf sie selbst zurück

Die Mediensendung @mediasres des Deutschlandfunks vom 25. Juni (hier) widmete sich einem wichtigen medienethischen Thema:

„Nicht alles, was live klingt, ist auch live. Egal ob Moderation, Interview oder sogar Nachrichten – besonders im Radio wird häufig nicht erwähnt, dass ein Inhalt nicht in dem Moment entsteht, in dem er gesendet wird.“

Es sei üblich, vorproduzierte Interviews nicht als aufgezeichnet zu kennzeichnen. Im Radio entstehe auf diese Weise der Eindruck von Liveberichterstattung, obwohl die Beiträge in Wirklichkeit vom Computer eingespielt wurden. Dies hielten „viele Redaktionen so, private wie auch öffentlich-rechtliche“.

Wie @mediasres feststellte, widerspricht dieses Verhalten der medialen Ethik. „Vorher aufzeichnen ist ok, man muss es nur sagen“, fasste DLF-Moderatorin Bettina Schmieding das Thema „Wie Radiosender Authentizität simulieren“ zusammen. 

Das Vortäuschen von aktueller Berichterstattung widerspricht den ethischen Standards, die das Projektteam Hörfunk der Bundeszentrale für politische Bildung 2010 entwickelt hat, das Radio-Guidebook (hier). 

Schmieding hätte zum Thema gut und gerne auch im eigenen Haus recherchieren können. Nämlich bei der DLF-Sportredaktion, wo die ModeratorInnen regelmäßig Interviews oder Redaktionsgespräche einleiten, indem sie die Protagonisten der folgenden Beiträge so ansprechen, als wenn diese anschließend live antworten - und dann wird nur eine Konserve gesendet ... 

Haben sie im Privatfunk gelernt. Und wenn man ihnen dabei zuhört, scheinen sie ganz stolz drauf zu sein. 


Ausstellungstipp zur Pressegeschichte:
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Zeitschrift für Weimars neue Frauen
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Modezeitschrift Die Dame im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe

Die Weimarer Republik brachte den Frauen neue Möglichkeiten der politischen, sozialen und kulturellen Teilhabe. Diesen Aufbruch spiegelte im Bereich der Medien die Zeitschrift Die Dame (1911–1943). Die Dame berichtete mondän über Mode, Kultur und Gesellschaft. Sie feierte Frauen als fortschrittlich, emanzipiert, elegant und extravagant. 

Nicht nur George Grosz oder Max Pechstein malten für die Dame, sondern auch weibliche Avangardistinnen wie Tamara de Lempicka oder Hannah Höch. Und nicht nur die Literaten Bert Brecht oder Arthur Schnitzler veröffentlichten hier Texte, sondern auch schreibende Frauen bekamen ein Forum, etwa Vicki Baum oder Marie Luise Kaschnitz.

Die Dame profitierte von neuen Drucktechniken, mit denen nun auch auf einfachem Zeitungspapier Illustrationen gedruckt werden konnten.

Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) widmet dieser Zeitschrift eine Ausstellung. Diese befasst sich mit zwei der führenden Modezeichnern der Dame, Marlice Hinz (1903–1978) und Ernst Dryden (1887–1938), von denen die Grafische Sammlung des Museums umfangreiche Bestände besitzt. Hinz wird vom MKG für „ihren zarten und sehr präzisen Stil“ gelobt, mit der sie ihre Themen Mode und modernes Leben bebilderte. Dryden war ein Modezeichner, der Bilder der Pariser Haute Couture ins Heft brachte.

Ausstellung „Die Dame - Marlice Hinz & Ernst Dryden Illustrieren 20er Jahre“, noch bis 30. September.


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Titelseite der Dame mit einem Bild von Tamara de 
Lempicka ("Porträt der Madame Allan Bott"), 
erschienen im Oktober 1930. (Abbildung: Welt.de)

 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Diese Inhalte finden Sie auf der Seite http://www.matymedia.de/Presseentstehung-DDR.html
Stefan Matysiak: Bilder, die einen vollständigen Neuanfang der deutschen Presse nach dem Zweiten Weltkrieg illustrieren, prägen bis heute sowohl die ost- als auch die westdeutsche Pressegeschichtsschreibung. Der ostdeutsche Presseneuaufbau gilt als besonders konsequent, da er neben der Entnazifizierung zugleich den frühzeitigen sozialistischen Wandel der Eigentumsformen einschloss. Die vorliegen-de Arbeit untersucht dagegen die verlegerischen Kontinuitäten der Zeit nach 1945: Die Pressegeschichte der ostdeutschen Nachkriegszeit hat nicht - wie vielmals behauptet - mit einem Blackout oder einem Vakuum begonnen, die Entwicklung der ostdeutschen Vorkriegspresse brach nicht mit der Kapitulation am 8. Mai 1945 vollständig ab. Diese Inhalte finden Sie auf der Seite http://www.matymedia.de/Presseentstehung-DDR.html Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den nach dem Kriegsende weiter bestehenden Zeitungen, die auf den ersten Blick nicht in das bisherige Bild der Pressegeschichte passen wollen, nachzuspüren. Dabei wird gefragt, in welchem Ausmaß traditionelle Zeitungen oder Verlage das Kriegsende und die Enteignungen überstanden, welche Rolle die alteingesessenen Zeitungen in der Nachkriegszeit spielten und wie sie in das politische Konzept der Sowjetischen Militäradministration passten. Schließlich wird geklärt, inwieweit die alteingesessenen Verlage einen Beitrag beim Aufbau eines neuen ostdeutschen Pressewesens leisteten.

Diese Inhalte finden Sie auf der Seite http://www.matymedia.de/verlagsgeschichtsschreibung.html .
Stefan Matysiak: Warum Verlagsgeschichtsschreibung? Verlagsgeschichte als Kapital für die Zukunft Gerade bei Engagements im Bereich neuer Medien oder anderer noch junger Geschäftsfelder können Verlage ihre langjährige Unternehmensgeschichte ideal als Kapital für ihre Zukunft nutzen.  Für Verlage gelten dabei die gleichen Gesetze wie für andere Unternehmen: Eine möglichst lange Unternehmenstradition dient im Geschäftsverkehr als werbewirksamer Nachweis großer Erfahrung und langjährigen Erfolgs. Den Kunden gilt eine lange Unternehmensgeschichte als Nachweis für Solidität, Seriosität und Sicherheit. Speziell im Pressewesen steht eine lange Tradition stellvertretend für eine "von Generationen geschulte journalistische Technik", beschrieb bereits 1928 der Zeitungsforscher Otto Groth. Auch die heutigen Leser wissen: Ein Verlag mit langer Geschichte arbeitet traditionellerweise seriös und solide. Ein Verlag, der durch seine langjährige Geschichte beweist, dass er bei gedruckten Medien seit 100, 150 oder 200 Jahren hohe Qualität geliefert hat, schafft auch für seine neuen Geschäftszweige eine Glaubwürdigkeit, über die andere Konkurrenten am Markt nicht verfügen.  Markenartikel haben Geschichte Seit langem gelten Tageszeitungen deshalb als ein "Mega-Markenartikel", so der Geschäftsführer der Verlagsgesellschaft Madsack, Friedhelm Haak. Diese Inhalte finden Sie auf der Seite http://www.matymedia.de/verlagsgeschichtsschreibung.html .  Um dieses Potenzial stärker zu nutzen, wurde auf der BDZV-Verlegertagung 2002 empfohlen, das Ansehen dieser Marke auch auf andere Geschäftsbereiche auszuweiten. Hierzu gehören etwa Online-Portale, SMS-Serviceleistungen, Ticketverkaufs- oder Reisebürodienste, Buchhandel oder Postdienstleistungen. Der Vorteil des historisch gewachsenen Markenartikels 'Zeitung' sollte nicht verschenkt werden.  Zeichen der Verlässlichkeit auch in neuen Geschäftszweigen Gerade angesichts der Beliebigkeit vieler schnell entstehender und ebenso schnell wieder verschwindender Firmen kann die lange Tradition eines Zeitungsverlags auch in dessen neuen Geschäftszweigen als Beweis hoher Verlässlichkeit dienen. Eine öffentlichkeitswirksam präsentierte langjährige Unternehmenstradition schafft so Vertrauen bei den Kunden, vermittelt den Eindruck von Stabilität und setzt im unübersichtlichen Angebot der Konkurrenten Maßstäbe.  Die Geschichte eines Verlags bietet folglich die Chance, als Mittel des Marketings genutzt zu werden - und das auch in Geschäftszweigen jenseits der Zeitungsproduktion. Ein Verlag kann somit auf ein Potenzial zurückgreifen, über das viele andere Unternehmen nicht verfügen. Und der offensive Umgang mit der Unternehmenstradition stärkt nebenbei auch den Stolz und das Selbstbewusstsein der Mitarbeiter und damit deren Leistungsfähigkeit.

(c) Stefan Matysiak, Stefan: [Besucherzähler]